Methodik
Ein Profil auf dem Modell, das die Persönlichkeitspsychologie am besten belegt hat.
Das Persönlichkeitsprofil folgt dem Fünf-Faktoren-Modell, in der Forschung als Big Five bekannt. Seit den 1980er-Jahren in Tausenden von Studien bestätigt, über Sprachen und Kulturen hinweg. Diese Seite zeigt, wie das Modell in sechs Kompetenzbereiche, 36 Facetten und drei Werte übersetzt wird, mit Quellen und mit den Grenzen.
- 5
- Faktoren
- 6
- Bereiche
- 36
- Facetten
Fünf Faktoren, sechs Bereiche.
Das Fünf-Faktoren-Modell beschreibt Persönlichkeit mit fünf breiten Dimensionen. Unsere Bereiche sind diese fünf Dimensionen in der Sprache des Berufsalltags, ergänzt um die verbale Kompetenz.
- 01
Big Five
Extraversion
Unser Bereich
Aktivitätskompetenz
Initiative, Durchsetzung, Entscheidungen, auf Menschen zugehen.
- 02
Big Five
Verträglichkeit
Unser Bereich
Sozialkompetenz
Warmherzigkeit, Einfühlung, Teamfähigkeit, Zuhören.
- 03
Big Five
Gewissenhaftigkeit
Unser Bereich
Gewissenhaftigkeit
Zuverlässigkeit, Sorgfalt, Verantwortung, Leistungsmotivation.
- 04
Big Five
Emotionale Stabilität
Unser Bereich
Emotionale Stabilität
Der Gegenpol zu Neurotizismus: Stress, Ärger und Druck bewältigen, positiv bleiben.
- 05
Big Five
Offenheit für Erfahrungen
Unser Bereich
Kognitive Kompetenz
Komplexes durchdringen, analytisch und systematisch denken, Neues zulassen, kreativ sein.
- 06
Big Five
Ergänzung für den Beruf
Unser Bereich
Verbale Kompetenz
Überzeugen, verhandeln, vermitteln, Konflikte ansprechen, beraten. Im Fünf-Faktoren-Modell auf mehrere Faktoren verteilt, im Beruf eigenständig sichtbar, deshalb ein eigener Bereich.
Drei Werte pro Facette, weil ein Wert nicht reicht.
Die meisten Tests liefern eine Zahl pro Eigenschaft. Wir zeigen drei: wie Sie sich sehen, wie Sie vermutlich wirken, und wo Entwicklung sich lohnt.
- SB
Selbstbild
Wie schätzen Sie sich im Vergleich zu den Menschen um Sie herum ein?
Jede Eigenschaft wird zweimal abgefragt, einmal direkt und einmal gespiegelt. Aus beiden Antworten entsteht der Wert von 0 bis 100. Widersprüche zwischen den beiden Formulierungen werden sichtbar.
- RB
Realbild
Wie wirken Sie vermutlich auf andere?
Menschen schätzen sich in sozialen Eigenschaften im Schnitt zu gut ein, das ist in der Forschung gut belegt. Das Realbild bereinigt das Selbstbild rechnerisch um diese typische Verzerrung und zeigt, wie die Eigenschaft von aussen wahrscheinlich wahrgenommen wird.
- EP
Entwicklungspotenzial
Wo lohnt sich Entwicklung, weil Sie es wollen?
Im zweiten Teil bewerten Sie, wie wichtig Ihnen jede Eigenschaft ist. Wo eine Eigenschaft Ihnen wichtig ist und noch Spielraum hat, ist das Potenzial hoch. Wo sie Ihnen egal ist, bleibt es tief, auch wenn der Wert niedrig ist.
Wie die 188 Fragen gebaut sind.
Vergleich statt Behauptung
Sie sagen nicht „ich bin zuverlässig“, sondern schätzen ein, ob Sie zuverlässiger sind als die Menschen um Sie herum, auf einer Skala von 0 bis 10. Das ist konkreter und schwerer zu beschönigen.
Jede Eigenschaft doppelt
47 Eigenschaften, jede einmal direkt und einmal gespiegelt formuliert. 94 Fragen im ersten Teil. Wer sich widerspricht, fällt auf, wer konsistent antwortet, bekommt ein stabiles Bild.
Zweiter Teil: Was ist Ihnen wichtig
Dieselben 94 Eigenschaften, diesmal bewerten Sie, wie wichtig sie Ihnen sind, von sehr negativ bis sehr positiv. Daraus entsteht das Entwicklungspotenzial.
36 Facetten, sechs pro Bereich.
Ein Bereich ist zu grob, um damit zu arbeiten. Die Facetten sind die Ebene, auf der Sie Stärken benennen und Entwicklung planen.
Aktivitätskompetenz
- Durchsetzungsfähigkeit
- Initiativkraft
- Entscheidungsschnelligkeit
- Kontaktfähigkeit
- Flexibilität
- Organisationsfähigkeit
Sozialkompetenz
- Warmherzigkeit
- Einfühlungsvermögen
- Fürsorglichkeit
- Teamfähigkeit
- Zuhörfähigkeit
- Friedfertigkeit
Gewissenhaftigkeit
- Gewissenhaftigkeit
- Zuverlässigkeit
- Verantwortungsbewusstsein
- Sorgfalt/Gründlichkeit
- Arbeitsfleiss
- Leistungsmotivation
Emotionale Stabilität
- Emotionale Stabilität
- Stressresistenz
- Positive Grundstimmung
- Stressbewältigung
- Ärgerbewältigung
- Belastbarkeit
Kognitive Kompetenz
- Komplexitätsbewältigung
- Analytisches Denken
- Systematisches Vorgehen
- Soziale Intelligenz
- Erfahrungsoffenheit
- Kreativität
Verbale Kompetenz
- Redegewandtheit
- Verhandlungskompetenz
- Überzeugungskraft
- Konfliktkompetenz
- Vermittlungsfähigkeit
- Beratungskompetenz
Die Quellen.
Was wir über das Modell sagen, steht in diesen Arbeiten. Wir nennen sie, damit Sie nachlesen können.
- 01
Das Big Five Inventar 2: Validierung eines Persönlichkeitsinventars zur Erfassung von 5 Persönlichkeitsdomänen und 15 Facetten
Danner, Rammstedt, Bluemke, Lechner, Berres, Knopf, Soto, John · Diagnostica, 2019, Band 65, Seiten 121 bis 132
Validierung der deutschen Version des BFI-2 an einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe. Belegt Reliabilität, Faktorenstruktur und Zusammenhang mit NEO-PI-R und NEO-FFI.
Zur Quelle - 02
Big Five Inventory (BFI-10), Skalendokumentation
Rammstedt, Kemper, Klein, Beierlein, Kovaleva · GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, ZIS
Zeigt, dass die fünf Faktoren selbst mit sehr kurzen Skalen stabil messbar sind, und dokumentiert die Auswertungslogik (Rekodierung, Mittelwerte) offen.
Zur Quelle - 03
NEO-Fünf-Faktoren-Inventar (NEO-FFI), Testrezension
Fachgruppe Beratung und Diagnostik, SDBB/CSFO · Schweizerisches Dienstleistungszentrum Berufsbildung, März 2025
Offizielle Schweizer Beurteilung des NEO-FFI für Berufs- und Laufbahnberatung: robustes Modell, reliabel und valide, Normen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Zur Quelle - 04
Evaluierung von Persönlichkeitstests und Kompetenzmanagementsystemen
Lehrstuhl für Human Resource Management, Johannes Kepler Universität Linz · Evaluationsbericht im Auftrag eines Industrieunternehmens
Ordnet berufsbezogene Kompetenzprofile mit fünf Hauptfaktoren dem Fünf-Faktoren-Modell zu und berichtet Korrelationen mit anderen Big-Five-Verfahren von rund .70.
Wo die Grenzen liegen.
Ein Profil ist nur so glaubwürdig wie das, was es nicht verspricht.
Selbstauskunft
Das Profil beschreibt, wie Sie sich sehen und was Ihnen wichtig ist. Es liest keine Gedanken und ersetzt kein Gespräch.
Kein klinisches Instrument
Es stellt keine Diagnosen und misst keine Intelligenz. Kognitive Kompetenz meint hier den Umgang mit Komplexität, nicht einen IQ.
Relativ zur Vergleichsgruppe
Die Werte beziehen sich auf die Menschen in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld, nicht auf eine abstrakte Norm. Ein Wechsel des Umfelds kann Werte verschieben.
Modell belegt, Verfahren eigen
Das Fünf-Faktoren-Modell ist vielfach validiert. Unser Fragebogen und unsere Berechnung folgen diesem Modell, sind aber ein eigenes Verfahren ohne eigene Validierungsstudie. Die Auswertung ist deterministisch: gleiche Antworten, gleiches Ergebnis.